1000 Jahre alt. Bedeutet das für einen Staat viel? Oder ist das sehr wenig? Für einen Menschen ist diese Zeitspanne natürlich sehr viel, für Staaten aber nicht. Wenn aber ein Staat seinen 1000. Geburtstag feiert, ist der Staat noch sehr jung. Heute, im geographischen Zentrum Europas, feiert Litauen seinen 1000. Geburtstag. Hören Sie zum ersten Mal diesen Namen? Oder ist er Ihnen bekannt, aber wissen Sie nicht, wo das Land genau liegt? Dann ist es die höchste Zeit für eine Reise nach dieses junge, aber sehr viel anzubieten habende Land. Seine Anziehungskraft steckt in der erfolgreichen Verbindung von Altertum, Heidentum und Modernität.
Dass das Land von besonderer Schönheit ist, ist es nicht zu reden. Die Vielfalt, die in Litauen herrscht, bietet eine optimale Möglichkeit, fast die ganze Welt zu entdecken. Von besonderer Schönheit ist die litauische Sprache, die 2005 von UNESCO zur schönsten Sprache der Welt erklärt wurde. Der archaische Klang der Sprache verzaubert viele, die natürliche Schönheit der Litauerinnen strahlt aus fast jeder Frau. Vielleicht deswegen (es liegen aber keine wissenschaftliche Beweise vor!..) waren Litauer früher kriegerisch, sogar zum ersten Mal 1009 in Quedlinburger Annalen wurden Litauer als besonders kriegerisch und grausam erwähnt. In Mittelalter gehörte der litauische Staat zu größten Staaten in Europa und zählte zu heftigsten Feinden der Kreuzritter. Heute erinnern viele Burgen an diese Zeiten (Burgen von Panemunė). Eine und populärste von ihnen ist die in ehemaliger Hauptstadt Litauens sorgfältig aufgebaute Inselburg Trakai. In Trakai leben die ethnische Minderheit der noch von Vytautas, dem bedeutendsten litauischen Großfürsten, hier mitgebrachten Karäer. Man erzählt, dass als Litauen im 15. Jh. ihr größtes Territorium hatte, ließ dieser Großfürst sein Ross im Schwarzen Meer tränken. Legende sind immer schön, aber wo Rausch ist, da ist auch Feuer... Litauer wollten Heiden bleiben, aber das Land wurde endlich christianisiert. „Endlich" bedeutet das 14. Jh... Litauer sind also die letzten Heiden in Europa. Die Relikten des Heidentums hat aber Litauen bis zum heutigen Tage erhalten. Von besonderem Interesse sollte für Landgäste der Birutės-Berg in Nationalpark in Palanga, in heutiger moderner Rimini Litauens, sein. Auf diesem Berg wohnten heidnische Priester und Priesterinnen, die jungfräulich ihr ganzes Leben bleiben mussten, und bewachten das Ewige Feuer. In Ostlitauen, in der Nähe von Molėtai befindet sich die alltertümliche heidnische Beobachtungsstation der Himmelskörper. Ein Teil der litauischen Landschaft kann man ein Hügelland nennen, wo ursprünglich Flieburgen standen oder heidnische Opferstätte eingerichtet waren. Von solchen Bergen aus bietet sich immer ein wunderschöner Panoramablick auf Meer, Waldland oder Seen. Das Flair von Altertum und Naturmacht ist an solchen Orten sehr deutlich zu spüren... Gehen wir aber weiter. Im Laufe der Jahrhunderten wurde das jetzt in vier Regionen aufgeteilte Land (Aukštaitija, Dzūkija, Suvalkija, Žemaitija/Pajūris) christianisiert. Der Katholizismus prägte den Alltag der Menschen immer mehr und fand schnell in der Volkskunst seinen Ausdruck. Alte heidnische Symbole der indoeuropäischer Kultur wie Sonne, Natter wurden besonders oft in der alten Schmiedkunst benutzt, Kreuze mit solchen Elementen sind besonders beeindruckend. Vielleicht daran ist das gute Beispiel der typischen litauischen Fähigkeit zu finden, das Neue mit dem Alten, Traditionellen zu mischen und doch daraus das Eigene zu gewinnen. Den alltertümlichen Klang haben auch traditionelle litauische Lieder erhalten, zwei-, drei-, vierstimmige Rundgesänge (sutartinės) genannt. Fast alle Litauer können singen, mit Freude lassen Einheimische diese Lieder hören. Der harmonische Klang schafft den geheimnisvollen Eindruck. In zahlreichen Festspielen und Tagen der traditionellen Handwerke und Künste (z.B., archeologische Tage in Kernavė) sieht man eine Reihe solcher Veranstaltungen und Kunstwerke. Einige Beispiele befinden sich auf dem Berg der Kreuze in der Nähe von Šiauliai. Der Berg spiegelt die Ergebnisse der für Litauen schmerzhaften historischen Ereignisse und der heldenhafte Trotz Litauer wider: den Widerstand gegen die Zarenherrschaft im 19. Jh. und die Sowjetzeit des 20. Jh.
Die Elemente des Heidentums sind in langer Feiertradition aufbewahrt worden, viele christliche Festen haben in Litauen heidnische Elemente, z.B., die Sommersonnenwende wird mit dem Fest des Sankt Johannes gleichgesetzt. Altertümliche Ritualien wie durch das Feuerlager springen, Kränze aus Kräutern winden und sie im Fluss schwimmen lassen, die aufgehende Sonne beobachten und im Morgentau waten, vor Tau und Tag Farnblüte allein in den Wald suchen gehen, haben ihren besonderen Sinn erhalten. Man glaubt, solche Ritualien seien das beste Mittel der Altertumsprävention, sie helfen die natürliche Schönheit zu pflegen und strahlende Jugend zu bewahren. Vielleicht sind sie der Grund dafür, warum litauische Mädchen von ungewöhnlicher Schönheit sind... Da Litauen immer noch ein Agrarland ist, spielt Dorf eine wichtige Rolle im Leben Litauer. Sehr populär ist der sogenannte Dorf-Tourismus, wo sich meistens in der Nähe von Seen, Flüssen im rustikalen Stil gebaute Gehöfte und kleine Bauernhäuser befinden. Die Erholung in solchen dörflichen Anwesen ist von hoher Qualität und bietet viele Möglichkeiten, die Freizeit aktiv zu gestalten. Man sagt, alle Litauer fühlen die versteckte (oder nicht) Sehnsucht nach dem Dorf. Und wirklich, nicht ohne Grund. Viele Gäste Litauens bewundern den azur- oder königblauen Himmel, der besonders beeindruckend in der Nacht in der Kurischen Nehrung oder in der Hügel- und Seenlandschaft Ostlitauens wirkt. Es ist kaum zu glauben, dass ein so kleines Land, in der Mitte Europas, solch große Vielfalt von Landschaften hat – von der geheimnisvollen Küstenlandschaft in der Kurischen Nehrung, bis zur Aufschwung der Natur in Ostlitauen, wo der größte Teil der insgesamt mehr als 3000 Seen Litauens ausgebreitet daliegt. Im geographischen Zentrum Europas in der Nähe von Vilnius ist der moderne Europa-Park mit den Plastiken gegenwärtiger Kunst eingerichtet worden. Hier fließen Kunst, herrliche Natur, Vergnügen und Erholung zusammen. Die heutige Hauptstadt Litauens Vilnius ist eine echte Perle der litauischen Kultur, sie gilt als eine der tolerantesten Städte der Welt. Nicht ohne Grund leben hier Russen, Polen, Juden, Karäer und Angehörige anderer Nationen. Die Metropole scheint mit ihrer neuartigen Architektur und regem Kulturleben (internationale Festspiele, Theaterveranstaltungen, das sehr beliebt in Litauen ist, Ausstellungen, außergewöhnliche Partys für junge Leute und für die, die sich jung fühlen, etc.) sehr modern zu sein, aber die größte Altstadt in Osteuropa mit ihrem ursprünglichen Straßennetz – manche von ihnen sind sehr schmal und erinnern an Gassen in Neapel – spricht von erfolgreichen Verbindung von Traditionen und Modernität. Die zweite Religion Litauens Baskettbal, köstliche traditionelle Speisen (Rotebeetesuppe mit Sahne und Gurke, Grütz- oder Kartoffelwurst, Zepelinai, Braten aus Wild), warme, offene und gastfreundliche Leute sind weitere Gründe für den Besuch. Denn die Welt gehört neu denkenden Menschen, die ihre eigene Kultur mit heutigen Realien erfolgreich zusammenpassen. Lesen Sie mehr Berichte über die Regionen Litauens: Vilnius – Europäische Kulturhauptstadt 2009 Alte und neue Legende von Trakai Litauen Alytus – die Stadt im Park Kurische Nehrung – einzigartige Wüste Europas |
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